Magnetkleidung, eine patentierte Weltneuheit aus Österreich!

Yorokani Gründerin Franziska Rauch und Sabrina Stadlober, Designerin der Magnetkleidungsstücke lassen das erste Jahr des Startups Revue passieren.

Franziska Rauch: Sabrina, wir kannten einander ja nicht vor unserer Zusammenarbeit. Wir waren für Yorokani lange auf der Suche nach einer Designerin. Empfohlen wurdest Du uns, weil Deine Arbeit auf dem Studium des menschlichen Körpers und seinen Bewegungen basiert. Wie und wo hat Dich unser Anruf erreicht?

Sabrina Stadlober: Der Anruf hat mich im Urlaub erreicht. Euer Ansatz, Schnitte und Funktion der Kleidungsstücke gemeinsam mit Menschen ab 60 in Fokusgruppen zu erarbeiten, hat mir sofort gefallen. Wir nennen das Human-Centered-Design.
Als Modeschöpferinnen stehen wir unter dem ständigen Druck, Neues schaffen zu müssen. Jede Saison eine neue Kollektion zu entwickeln.
Anders bei Yorokani. Ein Kleidungsstück neu zu denken, Euer Konzept, Klassiker wie Blusen und Hemden mit Magneten zu versehen, finde ich innovativ und spannend. Nach dieser neuen Herausforderung habe ich gesucht.

Ich kreiere bereits seit vielen Jahren eigene Kleidungsstücke und Produkte.
Wenn man ständig gefordert ist, etwas Neues zu machen, vernachlässigt man oft klassische Merkmale, die ein gutes Kleidungsstück ausmachen. Was ein gutes Hemd ausmacht, habe ich gemeinsam mit Euch bei Yorokani gelernt.

FR: (Lacht) Wir sind vom Hundertsten ins Tausendste gekommen: Stichlängen, die Drehung von Garnen und Zwirnen. Wie unterschiedlich Baumwollstoffe sein können. Wieviel hochwertige Knöpfe ausmachen. Ich bin davon überzeugt, dass man den Wert eines Kleidungsstückes auf den ersten Blick erkennt. Dass es viele Details und Entscheidungen sind, die ein schönes Kleidungsstück ausmachen. Darin sind wir uns immer einig!

SO: Wenn man sich vornimmt, ein perfektes Kleidungsstück zu machen, das es schon so oft gibt, muss man schon ganz anders in die Materie eintauchen und noch mehr Zeit darauf verwenden, um dieses Ziel zu erreichen.
Ich habe viel gelesen, Kragenformen studiert. Unser Damenkragen beispielsweise, der ist etwas an den Pyjamakragen angelehnt. Wir haben uns nämlich darauf geeinigt, dass es sehr schön aussieht, wenn er um den Hals modelliert wird. Die beiden obersten Knöpfe sind dabei nicht magnetisch, damit man nicht "zugeknöpft" wirkt und Dekolletee tragen kann.

FR: Ich freue mich, dass Du dieses Detail erwähnst. Immer wieder wurde ich bei Anproben auf den schönen Kragen angesprochen. Auch unsere Modelle beim Shooting waren ganz angetan von seiner Form.

SO: Ja, ich finde auch, dass er wunderschön ist. Bei den Herren haben wir uns für einen klassischen Hemdkragen entschieden. Wir verwenden eine etwas festere Einlage, damit man auch gut Krawatte tragen kann. Der erste Knopf ist nicht magnetisch, damit kann man das Hemd auch leger am Hals offen tragen.

FR: Wir haben ja immer parallel am Schnitt getüftelt und am Verschlusssystem. Immer wieder sehe ich mir die ersten Prototypen durch und staune, was wir da geschafft haben innerhalb eines Jahres. Was war die besondere Herausforderung bei unseren Hemden? Da wird ja ein ganz wesentliches Detail hinzugefügt: die Magnetleiste!

SO: Die Herausforderung war, das Band so einzunähen, dass es ein Teil des Hemdes wird. Wenn man es außen drauf näht, dann sind die Kanten offen, was für mich ganz schlimm ist. Ich kann offene Kanten nicht leiden! Es schaut immer unordentlich aus und wirkt wie ein externer Teil, der draufgepappt wurde.
Dadurch, dass wir das Band eingefasst haben, ist es wunderschön verarbeitet, geschützt und gehört zu dem Hemd.

Yorikani Magnetkleidung - Elegant gekleidet in der Bar

FR: Und genau dafür haben wir ein Patent eingereicht! Das war für mich eines der Highlights dieses Jahres. Der erste Patentanwalt hat uns ja ziemlich abblitzen lassen. "Im Textilbereich gibt es alles! Vergessen Sie's!", hat er gesagt. Das hat uns ordentlich angespornt weiter zu feilen und war uns eine starke Motivation muss ich zugeben (lacht). Und es hat sich ausgezahlt! Jetzt haben wir ein patentiertes Verschlusssystem!

SO: Mit unseren Hemden und Blusen ist uns gelungen, was wir uns anfangs als Ziel gesetzt haben: Klassiker mit einem innovativen Verschluss allen Menschen zugänglich zu machen, die aus verschiedensten Gründen nicht knöpfen wollen oder können. Unsere ersten Kleidungsstücke sind super straight und klassisch. Das war eine bewusste Entscheidung zum Start. Wenn man das Klassische, das Traditionelle, perfektioniert hat, kann man Abwandlungen machen. Picasso hat wunderschöne Bilder gemalt. Erst als er Meister war und perfekt gemalt hat, hat er begonnen im kubistischen Stil zu arbeiten. Ist in die Abstraktion gegangen, hat einen eigenen Weg gefunden. Wenn man das Traditionelle und Klassische gut kann, ist es leichter in eine neue, unerschlossene Richtung zu gehen.

FR:  Unser Markteintritt war ja für den Frühling 2020 geplant. Wir haben uns dann aber dagegen entschieden, ein unbekanntes Produkt mit hohem Erklärungsbedarf in einer derart unsicheren Zeit zu launchen. Stattdessen sind wir zurück ans Reissbrett gegangen und haben eine ganze Kollektion magnetischer Oberbekleidung entwickelt, welche wir nach und nach produzieren wollen. Seit dem Start von Yorokani sind inzwischen anderthalb Jahre vergangen. Die Entwicklung der ersten Kleidungsstücke hat uns ein ganzes Jahr beschäftigt. Wann ist so eine Entwicklung beendet? Erinnerst Du Dich an den Zeitpunkt, als uns klar war: Jetzt können wir mit einem großartigen Produkt an die Öffentlichkeit gehen?

SO: Ja natürlich! Das waren 3 große Meilensteine!
Die 4. Anprobe mit unseren vielen freiwilligen Models, als alle Hemden und Blusen richtig gut gepasst haben. Dann natürlich die Erteilung unseres Patents als wesentliche Schutzmaßnahme für unser System!  Das war ein Jubelmoment für uns! Und dann noch die Zusammenarbeit mit 2 Wiener Institutionen der Maßschneiderei. Unsere Hemden wurden sozusagen formal abgenommen. Das ist ein Ritterinnenschlag für mich als Schneiderin und Designerin.

(beide strahlen über das ganze Gesicht)

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